Blumenkohl, Kabis und Rosenkohl gehören alle der Gattung der Brassicae an, diese wiederum der Familie der Kreuzblütengewächse. Wir kennen sie einfach als Kohl! Runzelt sich die Stirn bereits, verzieht sich der Mundwinkel? Mit Kohlgerichten verbinden wir eine schöne Hassliebe. Denken wir an den starken Kohlgeschmack, kräuselt sich die Stirn störrisch – denken wir aber an ihren Aromenfächer, der von nussig, pfeffrig, ja sogar süsslich reicht, hellt sich das Gesicht gleich wieder auf. Und hier kommt die gute Nachricht: Jeder starke Kohlgeschmack kann mit etwas Fingerspitzengefühl – oder einfach dem richtigen Gewürz – justiert werden.

So zum Beispiel beim Kabissalat – mit seinem starken Aroma passt er zum süss-säuerlichen Apfel, der ebenfalls im Herbst geerntet wird. Ein paar Nüsse bringen Knusper in den Salat, und abgerundet wird alles mit einer cremigen Sauce aus Naturejoghurt mit einem Schuss Zitronensaft und Salz und Pfeffer.
Blumenkohl kann mehr als nur gedämpft auf dem Tisch stehen. Bereiten Sie ihn doch einmal als Blumenkohlreis zu. Dazu einfach den rohen Blumenkohl in Röschen schneiden und im Standmixer fein hacken, bis er die Grösse von Reis angenommen hat. Alternativ kann er auch mit einer Gemüseraffel gerieben werden. In etwas Olivenöl in der Bratpfanne anbraten – et voilà, fertig ist der Gemüsereis, der mit marokkanischen Gewürzen, einer Prise Curry oder etwas Kreuzkümmel verfeinert werden kann. Ein pochiertes Ei dazu servieren, und ein nahrhaftes Abendessen ist zubereitet. Wer keinen Blumenkohl zur Hand hat, verwendet einfach Romanesco. Er ist ein schöner Farbtupfer!

Hätten Sie den Rosenkohl lieber, wenn man ihm Babykohl sagen würde? Gut möglich. Wer seine Aufmerksamkeit den knackigen Blättern dieses süssen Minikohls schenkt, zollt dem Gemüse seinen Respekt. Daraus lässt sich ein einfacher Salat zubereiten. Die rohen Blättchen sehr fein schneiden, mit getrockneten Cranberrys oder Kirschen und einer Handvoll Nüssen vermischen. Etwas Pecorino-Käse darüberstreuen, ein einfaches Dressing aus Rapsöl, Salz und Pfeffer darübergeben und just vor dem Servieren mit einem Spritzer Zitronensaft abschmecken. Denn die zarten Blättchen verlieren ihren Biss, sobald sie in Kontakt mit Säure kommen. Nun keine Sorge; der Salat ist so fein, es werden nur gerade Minuten vergehen, bis er genüsslich verputzt ist!
Oder mögen Sie den Rosenkohl doch lieber schön geröstet, damit er ein feines Caramelaroma entfalten kann? Da brauchts nur noch eine Miso-Butter, und das Gemüsegericht ist kreiert.
Eigentlich ist Rosenkohl der (noch) ungekrönte König unter den Brassicae. Denn er vereint alles in einem Gemüse: so vielseitig wie Broccoli, so nussig im Geschmack wie Blumenkohl, mit der Süsse des Kohls. Höchste Zeit also, dem Gemüse das Krönchen aufzusetzen, das es verdient!

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