Der «Tip Topf» gilt als das Standardwerk, wenn es in der Schweiz darum geht, Jugendlichen das Kochen beizubringen. Seit Frühling 2019 drängt ein neuer Buchkandidat zuvorderst ins Schweizer Kochbuchregal: der «Green Topf». Das Werk ist quasi das vegetarische Pendant zum «Tip Topf».

Initiantin des Buches ist die Sekundarlehrerin Franziska Stöckli aus Wil. Sie hat den «Green Topf» als Projekt mit Schülerinnen und Schülern – und mit der Unterstützung der Hiltl Akademie in Zürich – entwickelt. Einfache, alltagstaugliche Rezepte haben darin ebenso Platz wie kleine Schülerporträts, die Einblick geben in persönliche Kochvorlieben, oft geprägt von kulturellem und familiären Hintergrund. Zudem hält das Buch auch Grundlagen der vegetarischen Küche bereit und zeigt etwa, wie man Tofu oder Seitan selber herstellt.

Manche Kantone haben das Werk als Lehrmittel bereits anerkannt und in den Unterricht eingebunden. Bereits nach einem halben Jahr ist eine zweite Auflage erschienen. Wir haben Initiantin Franziska Stöckli einige Fragen gestellt:

 

Viele Kinder und Jugendliche möchten sich vegetarisch ernähren, wissen aber nicht so recht, wie anfangen. Welche Rezepte empfehlen Sie Einsteigern?

Einfache, wenig aufwändige und dennoch geschmackvolle Rezepte, zu welchen ein Bezug und eine Vorstellung besteht.

Warum ist Fleisch nach wie vor so beliebt, gerade bei Jugendlichen? Wie kann man das als Eltern vielleicht ändern? 

Ich erlebe zunehmend sehr viel mehr unterschiedliche Vorlieben. Was jedoch alle verbindet, ist der Wunsch nach guter Qualität und Zubereitung. Es soll Spass und Freude machen zu essen, die Jugendlichen wollen die Zeit bei den Mahlzeiten geniessen und es sich auch gut gehen lassen.

Kann man Jugendliche in Sachen Essen als Eltern überhaupt noch beeinflussen? Oder ist Essen da nicht längst eine Form der Abnabelung?

Ich bin überzeugt davon, dass die Prägung der Kinder in Sachen Essen schon von klein an zu Hause beginnt und sich über die Jahre mit und durch die Eltern, die Bezugspersonen manifestiert. Selbst wenn sich Jugendliche zeitweise gut und gerne nur mit einigen wenigen überall bekannten Gerichten ernähren könnten, so besteht Hoffnung, dass sich Erziehungsbemühungen in der Kulinarik durchsetzen können.

Also heisst das, dass es im Jugendalter darauf ankommt, dass die Kinder schon früh einen Sinn für gutes Essen mitbekommen haben? Oder kann man auch dann noch kreative Inputs geben?

Dies ist bestimmt von Vorteil und fördert sicherlich die Freude am Ausprobieren von neuen Gerichten wie auch Nahrungsmitteln. Trotzdem glaube ich auch fest daran, dass sich Geschmäcker verändern und weiterentwickeln. Gerade zum Beispiel das gemeinsame Kochen in der Schule oder zusammen mit Freunden bietet Möglichkeiten, in einem anderen Umfeld als Daheim neue kulinarische Erfahrungen zu machen, Inputs aufzunehmen.

Wie bewusst sind Ihre Schülerinnen und Schüler, was Fleisch anbelangt? 

Das Bewusstsein wächst derzeit am allermeisten durch die Aktualität des Themas und damit verbunden dem zunehmenden Interessen daran. Dies fliesst folglich automatisch in die eigene Lebenswelt mit ein, wo die individuelle Biographie und die persönlichen Lebensumstände gleichermassen von Bedeutung sind, damit die Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, sich ihre eigene Meinung dazu bilden zu können.

Zu guter Letzt: Welches ist Ihr Lieblingsrezept aus dem Buch? 

Es sind eigentlich wirklich gleich mehrere… Müsste ich jedoch eines nennen, wäre es sicherlich «Crispy Tofu» mit dem «Thai-Gurkensalat», wie für viele meiner Schülerinnen und Schüler auch.

«Green Topf», Schulverlag plus AG

 

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