Das gute alte Sandwich. Eigentlich eine sinnvolle Sache, wenn es um den Znüni geht. Es macht satt. Es ist frisch. Es kann täglich variiert werden. Aber Achtung: Es gilt nicht zwingendermassen als cool. Cool sind in den Augen meines Sohnes Salzfischli. Oder Pizza- Cracker. Oder Getreideriegel mit Schoggi. Denn das haben die Anderen. Und spätestens, wenn regelmässig das Sandwich integral zurückkommt in der Box, muss man sich mit uncool und cool auseinandersetzen. Und mit der Frage: Soll mein Sohn der sein, der nie was Cooles zum Teilen dabei hat? Der, der bei anderen den Znüni schnorrt? Das will natürlich keine Mutter, kein Vater. Also sucht man nach Strategien. Meine schwankt. Sie ist auch nach einem Schuljahr nicht stringent und geht von konsequent bleiben über «Minipic»-Day bis zu «dann gehen wir halt mal einkaufen und Du nimmst, worauf Du Lust hast». Leider sind das vorzugsweise Plastik- oder Folien-verpackte Lebensmittel. Mit einem Haufen E’s drin. Und wenn man genau auf die Ingredienzien achtet, dann sind fast alle diese Nahrungsmittel mit Palmöl zubereitet.

Sprich: Wenn mein Sohn wählen darf, dann muss ich ganz viele meiner Prinzipien über Bord werfen. Trotzdem darf er immer mal wieder. Aber: Ich versuche ihm das Sandwich oder das Knackerli aus der Wurstmanufaktur immer wieder schmackhaft zu machen. Mein Anliegen: Einheitliche Regelungen in der Schule. Süsses – offiziell zwar nicht erlaubt aber inoffiziell oft in der Znünibox – hätte ich am liebsten vom Schulhof verbannt. Dazu könnte man aber auch gerne Industrieware, endlos verpackt und konserviert, vom erwünschten Znüni-Speisenzettel nehmen. Denn: Wenn es die Anderen auch nicht haben, ist es gar kein Thema. Und ja: Diese Haltung steht bei mir eigentlich quer in der Landschaft, denn üblicherweise bin ich gegen Verbote und für Aufklärung, sodass jeder selber wählen kann. Aber geht es ums Essen und das Kind, so denke ich heute, dass die Aufklärung der Entwicklung oft hinterherhinkt – mich zumindest hinterlässt es oft ratlos. Darum dürfte der Staat aus meiner Sicht durchaus etwas aktiver in die kulinarische Erziehung eingreifen.

PS: Was recht gut funktioniert – auch ohne Glitzerverpackung und E’s – sind Nüsse. Und manchmal ein Knackerli von «Das Pure» (www.daspure.ch). Das gute Rüebli wie anno dazumals wird auch gegessen.

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